"Ringsdichrüm" - Schloss Banz

Wilhelm, Herzog in Bayern (1752-1837) erwarb nach der Säkularisation 1813 Kloster Banz, welches seitdem die Bezeichnung Schloss Banz trägt. Die um 1070 durch Gräfin Albarada von Schweinfurt gegründete Benediktiner-Abtei war bis dahin das älteste Kloster am Obermain und gehörte zur Diözese Würzburg. Im Spätmittelalter und darüber hinaus bis 1575 wurden nur Adlige als Mönche aufgenommen.

1525 wurde das Kloster durch Brandschatzung zerstört. Abt Alexander von Rotenhan baute das Kloster wieder auf. Nennenswerte Gebäude waren darunter die Kirche, die Kellerei und das Schulhaus. Ab 1550 hatte das Kloster auch wieder einen Kreuzgang und ein "Schlaffhauß". Abt von Rotenhan wollte das Konvent vergrössern, blieb allerdings erfolglos. Vor dem dreißigjährigen Krieg wurde die Klosteranlage durch weitere Gebäude ergänzt.

Am 19.11.1802 wurden die Fürstbistümer Bamberg und Würzburg aufgelöst. Die GEbiete gehörten nun zum bayerischen Herrschaftsgebiet. Zunähst verwaltete Kurfürst Maximilian Joseph als Administrator Banz. 1803 wurde das Kloster entgültig aufgelöst die Ländereien fielen an Bayern. Herzog Wilhelm nutzte nun Banz als Sommerresidenz. Wilhelm verfügte, dass nach seinem Tode sein Herz in die Klosterkirche Banz übergeführt werden sollte. Dort ist es in der Kirche St. Dionysius und St. Petrus link im Hauptschiff im mittleren Pfeiler beigesetzt. Er selbst liegt in der Familiengruft der Herzöge in Bayern am Tegernsee begraben. .

Die Klosterkirche von Banz trägt das Patrozinium St. Dionysius und St. Petrus. Die berühmte Kirche, deren Grundstein 1710 gelegt wurde, verrät sich schon durch die geschickte Ausnutzung der landschaftlichen Lage und durch die Gestaltung des Außenbaus mit einer hochragenden Doppelturmfassade von weitem als Meisterwerk. Die besondere Bedeutung der 1719 konsekrierten Klosterkirche liegt in der Raumgestaltung durch Johann Dientzenhofer. Obwohl die Kirche nicht groß ist, glänzt sie durch ihre Raumwirkung.

Die Gemeinschaft der heiligen Engel übernahm die Klosteranlage im Jahre 1933. Diese Gemeinschaft hatte sich die Auslandsdeutschen-Mission zur Aufgabe gemacht. Sie kümmerten sich also um Deutsche, die im Ausland lebten. Die Gemeinschaft vermittelte eine fundierte Ausbildung, die aus einem Gymnasiumsbesuch, einem einjährigen Noviziat und dem anschließenden Philosophie- und Theologiestudium bestand. Zu Anfang studierte man in Bonn, später dann an der Hochschule in Bamberg. 1935 löste das Naziregime das Seminar auf. Um der Enteignung zu entgehen wandelte die Gemeinschaft das Kloster in ein Reservelazarett um, das bis zum Jahr 1945 Bestand hatte. Nach dem Ende des Krieges nahm man allerdings das Studienseminar nicht wieder auf.

Nachdem die Priesterschaft auf nur noch zwei Mönche und einige Laienbrüder zusammengeschrumpft war, verkaufte die Gemeinschaft das Kloster 1978 an die Hanns-Seidel-Stiftung. Das ehemalige Gärtnerhaus und die Kirche behielten sie aber. Die Stiftung, die eine parteinahe Stiftung der CSU ist, nahm einige Umbauten vor. Die Stiftung nutzt diese Räumlichkeiten als Tagungs-, Schulungs- und Begegnungsstätte.

Dankbar begrüßt wurde 1978 die Entscheidung, Kloster Banz als Bildungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung zuübernehmen. Zum einen konnte so ein Kulturdenkmal von europäischer Bedeutung in seiner Substanz erhalten werden, zum anderen fand die Stiftung als Träger politischer Bildungsarbeit den dringend benötigten Raum, um dem ständig wachsenden Interesse an seinen Fortbildungs- und Tagungsprogrammen gerecht werden zu können.

In den Banzbergen gibt es zwei wunderschön angelegt Wanderwege. Den Maximilianspfad und den Carlspfad. Beide kann man zu einer Rundwanderung verbinden. Startpunkt ist der Parkplatz bei Schloß Banz.

Der Banzer Berg ist ein Eldorado für Gleitschirmflieger. Das Gelände eignet sich für Übungsflüge und zum Groundhandling. Bei Süd-West-Wind ist er zum Fliegen super geeignet.

Die Mitglieder des Oberfränkischen Hängegleiter Verein aus Coburg gehen hier an den Start.

... manchmal tut´s dann auch der kleine Drachen.

 

Fotos: S. Petschner


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