"Ringsdichrüm" - Renaturierung Auenwald Rodach / Redwitz

Von hier aus erreicht man am besten das renaturierte Rodach-Flussbad in Redwitz. Zwischen der Ortsverbindungsstrasse Redwitz-Marktgraitz sind sogar einige Parkplätze vorhanden. Im Bereich der Maßnahme lädt ein Rundwanderweg von Redwitz nach Unterlangenstadt und zurück zum Wandern in der Natur ein. Das Umgehungsgerinne (Biotoppass) am Wehr, nahe der Brücke, lädt Kinder zum Spielen am Wasser ein.



Früher verlief die Rodach in großen Schleifen, sogenannten "Mäandern". Für die Flößer war das recht schwierig ihre sperrigen Gefährte durch all die Kurven zu lenken. So kam man schon im 16 Jahrundert auf die Idee, den Weg abzukürzen. Zwischen den Schleifen wurden Verbindungskanäle gegraben, so daß der Lauf des Flußes begradigt wurde. Der neue Flußweg ist sehr steil. Bei einem Hochwasser schießt die Rodach schnell und mit einer gewaltigen Kraft talwärts. Bricht der Fluß aus seinen Ufern, kann er ziemlichen Schaden anrichten.



Der ursprünglich schlängelnde Fuß wurde einst begradigt. Mit Durchstichen wurden lange Schleifen abgeschnitten und so der Flußlauf stark verkürzt. Auf der abgebildeten Tafel (Luftbild oben) ist eine von Bäumen eingesäumte Flußschleife noch gut zu erkennen. Die Begradigung hat die Fließgeschwindigkeit stark erhöht und als Folge die Rodach eingetieft. Die ackerbaulich genutzten Ackerbereiche liegen deutlich über dem mittleren Wasserspiegel und werden seltener überflutet.

Die Maßnahmen der Renaturierung: Nach dem Landerwerb wird der nährstoffreiche Mutterboden abgetragen und auf Äcker außerhalb des Überschwemmungsgebietes gebracht. Anschließend wird das Gelände bis knapp über das Grundwasser abgetraben. Der vorgefundene Kies wird als wertvoller Rohstoff genutzt und man reduziert somit die Baukosten der Renaturierung.

Die wirtschaftlich uninteressante, wenig humushaltige Erde, ist der beste Auwaldboden. Der Samenflug aus den verbliebenen Auwaldresten schafft von selbst den neuen Auwald. Große Baumstämme werden samt ihren Wurzeln fest in den Fluß verankert. Durch die entstehenden Wirbel bildet der Fluß seine naturnahe Gewässerlandschaft, mit tiefen Gumpen und flachen Kiesbänken, selbst. Die neu ausgebildete Flußschleife verlängert den Lauf und bremst somit die Strömungsgeschwindigkeit erheblich.

Auwälder und ihre Pflanzen brauchen nasse Füsse zum Überleben. Wo der boden knapp über dem Wasserspiegel des benachbarten Flußes liegt, sehen die Wurzeln der Bäume im Wasser.




An der Rodach wird die Wasserkraft auch heute zur Stromgewinnung genutzt. Ein Teil der Wassermenge kann zur Verbindung zweier bisher zerschnittener Lebensräume genutzt werden. Durch einen kleinen Bachlauf, den man Biotoppass nennt, können die Wasserlebewesen das Hindernis stufenweise über kleine Schwellen umschwimmen.




Der Rodachsteg wurde 2000 fertiggestellt. Bauherren der Freistaat Bayern und das Wasserwirtschaftsamt Bamberg mit Beteiligung der Gemeinde Redwitz an der Rodach, nach einer Idee von Prof. Dr.-Ing. Florian Neuner.

Technische Daten: Stützweite 43 m; Höhe des Pylons über Gelände: 14,9 m; Brückenfläche: 146 m², Gewicht der Stahlkonstruktion 22 t; Belag: Eichenkernholz unbehandelt; Gründung am rechten Ufer; 4 Bohrpfähle 88cm Durchmesser; Länge ca. 8 m: Gründung am linken Ufer: Blockfundament. Baukosten 395.000 DM (zzgl. der MwSt.). Bauausführung: Philipp Holzmann Bau AG Süd.



Am Huthweidsee herrscht absolute Stille. Er ist ein bedeutendes Überwinderungsgebiet für viele und auch seltene Wasservögel sowie eine Raststation für Zugflügel. Beim Eintreffen wird man per Hinweisschild aufgefordert: "Bitte nicht stören!". Wenn man sich hier entschließt weiterzugehen, dann sollte man den Pfad nicht verlassen und sich ruhig verhalten. In der Brutzeit von Mitte März bis Mitte August ist Rücksicht erforderlich. Doch dafür ist das Naturerlebnis einfach um so beeindruckender. Das Baden und Befahren des Baggersees mit Wasserfahrzeugen sind hier natürlich absolut tabu.




Fotos: S. Petschner