"Ringsdichrüm" / Historisches Kronach
Fotos: Moritz Habermann

Moritz Habermann öffnet das Tor zur Festung Rosenberg für unsere schwuerbitz.net-Besucher. Wir sind zu Gast in Kronach, als "Urbs Crana" erstmalig im Jahr 1003 urkundlich erwähnt. Die Besiedlung Kronachs reicht, so wird vermutet, allerdings schon ins 8. oder 9. Jahrhundert zurück.
Kaiser Heinrich V. schenkte Kronach mit Umland 1122 dem Bistum Bamberg, das bis 1803 die Herrschaft über die Stadt behielt.
Zwischen der Reformationszeit (ab 1520) und dem westfälischen Frieden von 1648 stellte Kronach das nördliche Bollwerk des katholischen Erzbistums Bamberg zum protestantischen Sachsen dar. Infolge dieser Grenzlage wurde die Festung Rosenberg zu einer der größten frühneuzeitlichen Burganlagen ausgebaut.
1888 kauft die Stadt Kronach für 32000 Mark die Festung und verhinderte so "Gott sei Dank" den geplanten Abriss durch die bayerische Staatsregierung.
Die Festung Rosenberg beherbergt gleich mehrere Museen. Man gewinnt vor allem Einblick in die Kunst Frankens, denn hier werden unter anderem auch vier Originalgemälde von Lucas Cranach, dem Älteren, ausgestellt. Im Jahre 1472 geboren als Lucas Maler, Sohn des Kronachers Hans Maler und dessen Frau Barbara war Lukas das älteste von neun Kindern. Neben Dürer und Holbein zählte Cranach zu den bedeutendsten Malern Deutschlands im 16 Jahrhundert. In seiner Wittenberger Zeit schloß er Freundschaft zu Philipp Melanchton und Martin Luther, dessen Trauzeuge er auch war. Lucas Cranach verstarb am 16.10.1553 im Alter von 81 Jahren in Weimar.

Im Sommer finden seit 1995 auf einer Freilichtbühne der Festung Rosenberg die Faust-Festspiele statt, die neben Teilen des Goetheschen Faust-Dramas alljährlich Klassiker der Weltliteratur in knappen, filmischen und volksnahen Fassungen zur Aufführung bringen.

Kronach hat den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überstanden und kann heute mit einer Reihe von historischen Bauwerken aufwarten.

Die sogenannte "Obere Stadt" erstreckt sich mit einem Ensemble historischer Gebäude, unter anderem das Historische Rathaus und die Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer. Als Teil der Stadtmauern befindet sich der viergeschossige, fast quadratische Lehlauben- oder Hexenturm unweit des neuen Rathauses.
Erbaut wurde er 1444 und diente zunächst als nordöstlicher Eckpfeiler der Stadtbefestigung. In seinem Untergeschoss befindet sich ein Verlies, das bis ins 17. Jahrhundert als Gefängnis diente.

Dieser Anblick! Einfach nur genießen!

Kronach, auch die Stadt der Flüsse genannt. Hier zeigt sie sich mit der Haßlach im Vordergrund. Die Haßlach sammelt ihr Wasser aus dem nördlichen Frankenwald auf ihren langen Weg zur Rodach. Ein etwas aufbrausendes Gemüt dagegen zeigt die Rodach, besonders nach längeren Regenperioden. Die gemächliche Kronach, die sich ihr Wasser von der Kremnitz und Grümpel holt, ist der wasserärmster Fluß der Dreien.

Die Frankenwaldbahn (Saalfeld - Bamberg) führt mitten durch die Stadt. Fernverkehrszüge halten hier jedoch nicht. Das touristisch erschlossene Kronach bietet viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und ist immer einen Besuch wert. .......übrigens: Kaiser Napoleon Bonaparte übernachtete am 7. Oktober 1806 auf seinen Vormarsch im Krieg gegen die Preußen im Kronacher Pfarrhaus.
Vielen herzlichen Dank an Moritz für die tollen Fotos!!! :-)