Leserbrief zum Thema "Rathaussturm in Michelau abgeblasen"

Zum Thema "Rathaussturm in Michelau abgeblasen" erreichte uns folgender Leserbrief von Stefan Motschenbacher. Die Anschrift ist der Redaktion bekannt. Verantwortlich für den Inhalt des Leserbriefes ist der Verfasser selbst und spiegelt nicht zwingend unsere Meinung wieder.

 

" Erinnerungen an meine Oma!

Eigentlich geht es mich ja nichts an aber wenn jeder so denkt....

Der Sturm aufs Rathaus abgeblasen – aus Kostengründen! Da lachen ja die Hühner! Manch Bürgermeister in einer „Faschingshochburg“ hätte sich gewünscht das je anordnen zu können. Nicht aber unserer. Der macht so was und die abgewatschten Organisatoren „können sogar damit leben“.
Ja, das ist der Trend und wir gehen ihn mit! Blos nichts mehr außer der Reihe machen. Immer schön im Gleichschritt. Unterordnen und ducken ist angesagt. Überwachung und Kontrolle. Das erinnert mich an meine Oma. Und natürlich bezahlen! Jede Regung im Vereinsleben wird mit Gebühren und Auflagen belegt. Man muss sogar ein „Vergnügen“ wie es im Amtsdeutsch heißt, rechtzeitig anmelden und wenn man es nicht form- und fristgerecht macht – bezahlen!
Dabei wird immer und von jedem „Volksvertreter“ betont, wie wichtig es doch sei, dass man ein intaktes Gemeinwesen habe; Dass es Vereine gebe und die Kultur lebe. Man ist doch immer wieder stolz, dass die Jugend ein „Zuhause“ habe und „von der Straße weg sei“. Vereinszuschüsse allerdings für aktive Jugendarbeit werden gekürzt und weil´s gar so viel Nachfrage gibt, am liebsten abgeschafft – Kostenfrage! Aber ich schweife ab...
Also stellen wir uns drauf ein: Kultur zum Nulltarif ist angesagt, der Rathaushaussturm nur noch mit anschließender Selbstreinigung, statt Narrenbaum lassen wir den Christbaum stehen, zur Unterhaltung darf demnächst selbst gepfiffen werden (hoffentlich ohne Gema) und zum Lachen geht man am besten in den Keller – kostenlos. Und da denke ich gar noch nicht an den Erhalt der Grundschule, Wasser- und Abwasserpreise, Müllgebühren, Steuern, PKW-Maut usw. Die großen Projekte - bei uns jedenfalls -  sind ja schließlich durchgezogen (bis aufs neue Krankenhaus). All das erinnert mich an meine Oma, die immer sagte: „Es könntn ja amoll wiedä schlechta Zeitn kumma, mei Bu!“. Prima, ich glaube meine Oma hatte Recht."

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