Nepomukstatue

 

Die altehrwürdige Nepomukstatue steht am Anwesen der Familie Fredi und Anni Schuberth, in der Michelauer Strasse. Wenn man in der Schwürbitzer Ortschronik zurückblättert, wurde die Sandsteinfigur im Jahre 1742 errichtet.


Eine Frau Margaretha Schumann, damalige Besitzerin des historischen Anwesens bzw. Fachwerkhauses am Fugmannsberg 5 (am 5. Januar 2008 verstarb die letzte Besitzerin Kunigunde Endres), ließ die Sandsteinfigur in der Klosterwerkstatt von Klosterlangheim anfertigen.

Das altehrwürdige Fachwerkhaus von 1712 zeigt eine schmale Nische und darunter eine mit Herzen verzierte Holztafel heraus, die die Inschrift trägt: „Christoph Schumann anno 1712. Seit dieser Zeit steht in dieser Nische eine farbenfrohe Marienstatue (Mutter mit Kind – heute allerdings eine Nachfertigung, nachdem das Original einen sicheren Platz gefunden hat, so die verstorbene Kunigunde Endres in einem Gespräch mit Kulturvereinsvertreter und Archivar Horst Habermann vor wenigen Jahren).

Eine verwitterte Inschrift am Sockel der Nepomukfigur lässt gerade noch folgende Eingravierung erkennen: „…Schumann Margaretha dieses verdigen lasen 1742“. Johannes von Nepomuk ist der Brückenschutzherr und war gerade erst im Jahr 1721 vom Vatikan als Brückenheiliger genehmigt worden. Man fragt sich, warum er nicht an der Schwürbitzer Mainbrücke steht?
Nun, aus den alten Schwürbitzer Aufzeichnungen (unter anderem von Heimatforscher Heinrich Schrepfer) ist zu entnehmen, das Frau Schumann zweifellos gewusst hat, welch wackeliger Geselle der alte Steg (Vorläufer der ersten Mainbrücke, diese wurde gegen Ende des 2. Weltkrieges gesprengt, heute steht die zweite Mainbrücke) gewesen ist. Gerade bei Hochwasser hätte es für den Nepomuk wenig Standfestigkeit gegeben. Da hielt sie es damals schon für besser und richtig, ein solches teures Objekt und Andenken auf sicherer Höhe zu haben, die der Main auch bei stärkstem Hochwasser nie zu erreichen vermochte. Und warum sollte er, der „Wasserheilige“, nicht ohne weiteres den Brunnenheiligen vertreten können?

Denn hier, wo die Nepomukstatue damals aufgestellt wurde und heute noch steht, war einst ein laufender Brunnen, der vom alten etwa 200 Meter entfernten Dorfbrunnen gespeist wurde.
Ein sorgfältig gelegter Holzröhrenstrang verband die beiden, wie später beim Bau der Wasserleitung festgestellt werden konnte.

 

Ungefähr folgender Text soll, dem Sinne nach, in Kleinschrift auf der Rückseite des Steinsockels der Staue gestanden haben: "Christoph Schumann, der beim Fischfang in dem Hochwasser führenden Main geriet und hilflos stromabwärts trieb, wurde auf sein inständiges Flehen zum Hl. Nepomuk an der „Waage“ (unterhalb des heutigen Sportplatzes) von den Fluten  lebend wieder an Land geworfen."


Da er dem Heiligen sein Leben verdankte, hat später die Witwe des Geretteten  zur Erinnerung an diese Begebenheit und an ihren kurz nach dieser Episode verstorbenen Mann das Steindenkmal errichten lassen. Seit nahezu 266 Jahren behauptet „dä Neppomuck“ (wie er im Volksmund genannt wird) seinen Platz in der Michelauer Straße (früher Mainstraße). Wenn auch das Brünnlein, das ihm einst befreundet war, längst nicht mehr sprudelt, fühlt er sich dennoch nicht einsam. Immer wieder schweift sein Blick hinunter zur Mainbrücke, als deren Schutzherr er damals aufgestellt wurde, schweift hinüber zum „alten Bohnberg“, wo einst die Frau zu Hause war, die ihm diesen Standort zuwies; schweift hinüber nach Langheim, wo ihn die grauen Männer (Mönche) kunstfertig aus heimischem Sandstein gestalteten, so die Aufzeichnungen aus der Schwürbitzer Gemeindechronik.
hh

 

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