Die Geschichte der Schwürbitzer Gastwirtschaften

 

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Schwürbitz hatte einst neunzehn Gastwirtschaften, heute sind es nur noch drei.
Ebenso gab es mal elf Brauhäuser. Die Blütezeit war auch die Blütezeit der Schwürbitzer Gastwirtschaften. Was die Gasthäuser anbelangt, sie hatten alle Hochbetrieb. Sie waren ja hauptsächlich für die Flößer da und damals kamen viele Flößer zur Einkehr in die Schwürbitzer Gastwirtschaften.

So gab es auch noch zahlreiche Brauberechtigte in Schwürbitz. 1854 zählte man in Schwürbitz insgesamt 19 Braugenossen (sie waren natürlich nicht alle identisch mit den Gastwirtschaften, wo es innerhalb der letzten 150 Jahre ebenso 19 Gastwirtschaften (von 1854 bis in die Neuzeit) gezählt wurden. Einer der 19 Braugenossen verriet sogar – fast – sein Braurezept:
„Um ein feines helles Bier zu machen a`3 Eymer nimmt man ¼ Lither Germ (Hefe), solches in ¾ Wasser aufgelöst, dann abgeseyd und das übrige wieder mit einem Löffel oben auf dem Laugen abgefasst und nochmals 3 /4 Wasser dazugetan und wieder aufgelöst.
Dann nimmt man 4 bis 5 Maas Bier aus dem Faß heraus und schüttet das ganze durcheinander, tüchtig herumgerührt und wieder ins Faß gethan; in zwey Tag ist es ganz fein“.


Das Wichtigste allerdings fehlt in diesem Braurezept: Der entsprechende Anteil an Hopfen und Malz, die Quintessenz. Diese gab der Hausbrauer seinem Sohn, dessen Gedächtnis er mit den vielen anderen Einzelheiten nicht überbeanspruchen wollte, natürlich nur mündlich weiter und gab es so, trotz dieser Niederschrift, nichts von seinem Braugeheimnis preis. So wollte man ihn damals nicht verraten. Meier schrieb er sich nicht, aber „Schlaumeier“ war er. Jedenfalls konnten damals die Gastwirtschaften (sie hatte oft auch eine Metzgerei und Landwirtschaft dabei) gut leben.
Nun, das in Schwürbitz gebraute Bier war sehr beliebt. Denn Schwürbitz hatte ein prächtiges kerniges Wasser, hatte eine Qualitätsgerste und tüchtige Brauer.

Bereits im 17. Jahrhundert gab es auch Aufzeichnungen von „Zank und Streit ums liebe Schwürbitzer Bier“ in den Nachbarortschaften. Die Vielzahl von Brauereien hielt sich in Schwürbitz lange. Eine Statistik von 1820 weist für Schwürbitz sage und schreibe neun Brauhäuser aus, kein Ort im Landgericht Lichtenfels hatte mehr, nur Uetzing kam Schwürbitz gleich, dann folgte mit sieben Braustätten Ebensfeld. 1855 sind sogar zehn Brauhäuser in Schwürbitz nachgewiesen. Noch ein Adressbuch von 1896 listet elf auf:
K. H. Ammon, Adam Fischer, K. Fischer, Fischers Witwe, die Gesellschaftsbrauerei, A. Gick, K. Höring, E. Rebhan, Carl Schuberth, G. Schwalb und Georg Vogel.

Nach und nach gingen die kleinen Brauereien in Schwürbitz ein. Mit der Brauerei Fischer endete in den 70iger Jahren die Brauereigeschichte von Schwürbitz. 10, Die Brauerei Fischer bestand von 1742 bis 1973. Schwürbitz hatte also in den letzten 150 Jahren insgesamt 19 Gastwirtschaften, heute sind es nur noch drei.

Die 19 Gastwirtschaften sind wie folgt bekannt (evtl. gab es noch weitere):

 

„Zum Bremser“ (Familie Betti Fleischmann), Marktzeulner Straße 8,

„Zum Hirschen“ (Familie Heinz und Ingrid Fischer), Michelauer Straße 18,

„Fugmann“ (Familie Lore und Wilfried Pülz), Fugmannsberg 2,

„Zum Anker“ (Andreas Gick, zuletzt Familie Herold, Pächter Familie Vogler-Graupe-Weigand), Marktzeulner Straße 1,

Gastwirtschaft Kunigunda Dümmlein, später Familie Georg Krapp, Michelauer Straße 46,

Fischer-Bräu Gaststätte (Oberer Fischer-Pächter), Leonhardsberg 8,

Zum Stern“ (Unterer Fischer-Pächter), Trieber Weg 2,

„Schuberth`s Anna (zuletzt Barbara Stettner), Schulstraße 2,

Gastwirtschaft Wilhelm Schüpferling, Sängerstraße 3,

Gastwirtschaft Höhn (später Familie Hilgers), Rathausstraße 12,

Gastwirtschaft Andreas Fischer („Raas“), Göritzenweg 14,

Gastwirtschaft Margarete Tremel , Michelauer Straße 56,

Waldschänke (Familien Bergmann, dann Kurth), Hirtenweg 25, Nähe Schützenhaus,

Gastwirtschaft Höllein (dort wurde vor 100 Jahren der FC Schwürbitz gegründet – heutiges Anwesen Helmut Bach), Michelauer Straße 12,

Gastwirtschaft Georg Vogel (heutige Metzgerei Alfred Vogel), Fugmannsberg 3,

Gastwirtschaft Johann Söllner (heutiges Anwesen Hans Fleischmann) Coburger Straße 10,

„Zum Lindenwirt“ (Familie Stettner, heutiges Anwesen Georg Stettner), Trieber Weg 5,

„Zum letzten Heller“ (Familie Bächer - heutiges Anwesen Helga Vießmann), Michelauer Straße 46,

Gastwirtschaft Erhard Rebhahn, (heute Bäckerei Stengel) Marktzeulner Straße 3.

 

Nun gibt es in Schwürbitz nur noch die drei Gaststätten „Zum Bremser“ (Familie Betti Fleischmann), „Zum Hirschen“ (Familie Heinz und Ingrid Fischer) und „Fugmann“ (Familie Lore und Wilfried Pülz). Natürlich treten das Schützenhaus, das Clubheim des FC Schwürbitz, das Turnerheim und das Pfarrzentrum bei jeweiligen Anlässen ersatzweise als Gaststättenbetrieb auf.
Mit dem Gasthof „Zum Anker“ schloss im August 2008 eine alte Traditionsgaststätte in Schwürbitz.
hh

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