Schwürbitzer Gaaß´n Club

Beim "Schwürbitzer Gaaß´n Club" handelt es sich um einen Stammtisch zwischen Tradition und Kult. Die Ursprünge dieses Clubs nehmen sich eine Anleihe aus dem Gedicht " Aus dem Lande der Vereine". Dort lautet eine Strophe:

„Kauft einer eine Ziege, er bleibt nicht gern allein.
Drum regt er an die Gründung, von einem Gaaßverein.
Ja selbst auch Fressvereine, gibt es in diesem Land.
Leerplauderervereine sind auch nicht unbekannt.
Es ist in jenem Lande, bald gar nichts mehr zu dumm.
Die Gründungswut sie findet dafür ein Publikum“

 
Von diesem Gedankengut ließen sich wohl die Gründer des Stammtisches inspirieren. Wenngleich die Ziegenzucht allein nicht die Gründungsidee abbildet, sondern vielmehr waren es die Gaumenfreuden die der schmackhafte Gaaßenbraten -in unseren Breiten besser als Bocksbraten bekannt- seinem Genießer verschafft.

Trafen sich die getreuen Gaaß´nbrüder zu Beginn des Jahres 1983 noch unverbindlich zur „Gaaß“ und zum „Waafen“, so wurde am 21.11.1983 um 21.59 Uhr in der Gastwirtschaft Krapp in Schwürbitz auf einer Serviette die Gründungsidee und die Satzung niedergeschrieben. Als erster Präses des Clubs wurde Norbert Stengel gemeinsam mit weiteren Funktionären, wie Gaaßnmetzger Norbert Hergt oder Gaaßntreiber Norbert Wich, sowie Schriftführer Karl Thierauf und Kassier Günter Fischer, gewählt.

Laut seiner Gründungsidee und Satzung sieht sich der Gaaßn-club als überparteiliche und nicht konfessionelle Vereinigung, zur Pflege des Brauchtums und der fränkischen Kultur. Als Clublied sangen die Stammtischbrüder damals noch "Ei, Ei, Ei die Gaaß ist gfreckt", was sich aber als bald ändern sollte. Denn die jungen Mitglieder engagierten sich auch über das notwendige
Stammtischleben hinaus, sammelten Ideen und pflegten fränkisches Brauchtum.

So wurde am 24.9.1985 der erste Kirchweihbaum am Dorfbrunnenplatz aufgestellt. Das jährliche Kirchweihbaumritual gipfelte im Jahre 1989 mit der Errichtung des 1. Zunftbaumes (ein 15 Meter hohes Schmuckstück ) anlässlich der Einweihung des neugestalteten Dorfplatzes.

Ein durch Windbruch zerstörter Zunftbaum wurde am 30.5.1997 ebenso wieder aufgestellt, wie der heute am Heuhügel grüßende Metallzunftmast aus dem Jahre 2002. Das Jahr 1986 sieht sich wohl als eines der wichtigsten in der 25-jährigen Clubgeschichte. Am 21.4.1986 wurde der jetztige Präsident des Clubs –„Sir. Rudi Neumann“ -gewählt, der den Club mit seiner Weitsicht bis heute durch alle Stürme und Wogen des Vereinslebens geschifft hat.

Im gleichen Jahr komponierte der singende Korbmachermeister, Gerd Backert, für seine Gaaß`n das einmalige Gaaßnlied "Bei jeden Fest dou senn mer gleich debei, host g`hört -. -uns fällt immer wos zum singa ei, host g`hört - -und frougsta uns wie wir hasen, dann soung me dir wir sen die Gaaß`n, -host g`hört"
Die neue Hymne an die Gaaßn verschafft diesen am 21.9.86 einen Auftritt beim 7.Lichtenfelser Korbmarkt, wo man eingebettet in internationale Künstler, wie den Superjodler aus Japan, Takeo Ischi und anderen Musikgrößen gemeinsam mit Gerd Backert das Gaaßnlied der Öffentlichkeit
präsentierte.

Um alle Aktivitäten des Clubs bis in die Neuzeit aufzuzählen, würde sicherlich den vorgegebenen Rahmen sprengen. Genannt seien hier nur stellvertretend die unvergesslichen Stunden wie der Kappenabend beim Krapp, ebenso wie die Beteiligung an den Dorffesten, diverse Kirchweihspiele
und Preisschafkopfrunden mit Vereinsmeisterküren, Wanderungen durch die fränkische Natur (sogar bis ins Ausland, in diesem Jahr folgt wiederum die heimische Gegend) und nicht zuletzt die Beteilung an Faschingsumzügen mit närrisch geschmückten Festwagen.

Wie man sieht, ist der Gaaßnclub im Vereinsleben der Gemeinde fest verankert und nicht mehr wegzudenken, wenn auch die vergangen Jahre gezeigt haben, das der kleinste Club schnell gegründet ist, aber nur mit Engagement der Seinen am Leben bleiben kann. Drum schließt der Gaaßnclub seine Referenz mit dem Schlußreim aus dem Eingangs genannnten Gedicht und erhofft sich ein weiteres lebhaftes Vereinsmiteinander.


" Die Menschen soll man lieben, einfach und fröhlich sein. Dann wird von selbst erblühen, der köstlichste Verein ", so Chronist Karl Thierauf vom Gaaß`n-Club.


hh

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