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Dorfgesetze anno 1716

Die Schwürbitzer Ordnung hat zum Ziel
eine gute Polizey herbeizuführen,
dadurch Friede und Ruhe im Dorf zu erreichen und
die Wohlfahrt aller zum Besten der Gemeinde zu führen.

In Schwürbitz, wo die Dorf- u. Grundherrschaft zwischen mehreren
altiniert, sollen jedes Jahr zwei Dorfmeister so eines erbarn
und guten Wesen und Verstandes seyn, einer aus der
geistlichen Herrschaft und einer, so denen von Adel seßhaft,
unparteiisch erwählt werden.

 

Eine Behausung oder Wohnung darf nur
an einem Platz erbaut oder aufgerichtet werden
an dem erweislich von alters her bereits eine Behausung
oder Wohnung gestanden, oder an der sich eine Hofstatt
befunden hat.

Die Reinhaltung der Brunnen wird zur Sicherhaltung des
lebensnotwendigen Trinkwassers und aus hygienischen Gründen
besonders im Auge gehalten. Niemand darf mit unflätigem
Geschirr in die Brunnen greifen oder dieses Geschirr in
der Pferdetränke waschen.

 

Jeder Inwohner von Schwürbitz soll von Ostern bis Martini
ein Gefäß mit Wasser in oder vor seinem Haus bei Tag und
Nacht bereitstellen. Die Schlote und Rauchlöcher in den
Häusern sollen jährlich 2mal gefegt und gereinigt werden.

 

Hanf und Flachs darf nicht auf den Kachelöfen oder
in den Häusern gedörrt werden, sie sind im Backofen
oder Freuen zu trocknen. Die Dorfmeister sollen die
Haushaltungen im Herbst viermal aufsuchen um zu
verhindern, das wegen der Gespinste Feuer entsteht.

oder Freuen zu trocknen. Die Dorfmeister sollen die
Haushaltungen im Herbst viermal aufsuchen um zu
verhindern, das wegen der Gespinste Feuer entsteht.

Brechen und Hecheln ist zwischen Mitternacht
und drei Uhr morgens untersagt.

 

Für die Dorfwache dürfen weder Weibspersonen noch
Knaben unter 16 bis 18 Jahren bestellt werden.

 

Das Brauen und Pottaschesieden* ist nur
im Dorf wohnenden und Hausansässigen erlaubt.

 

* Pottasche:

Kaliumcarbonat (Pottasche), K2CO3, das Kaliumsalz der Kohlensäure bildet ein weißes, hygroskopisches Pulver mit einer Schmelztemperatur von 891 °C und einer Dichte von 2,428 g·cm−3. Der Name Pottasche stammt von der alten Methode der Anreicherung von Kaliumcarbonat aus Holzasche mittels Lösung der Salze durch Auswaschen mit Wasser und anschließendem Eindampfen in Töpfen (Pötten). Der traditionelle Name stand auch Pate für den englischen Namen von Kalium: potassium.

  • Herstellung von Schmierseifen
  • Düngemittel für saure Böden
  • Herstellung von Kaligläsern
  • Herstellung von Farben
  • Herstellung von fotografischen Entwicklern
  • wasserfreies Kaliumcarbonat wird im Laborbereich auch als Trocknungsmittel eingesetzt.
  • Triebmittel für Flachgebäck („Plätzchen“, besonders Weihnachtsbäckerei) und Teigen mit hohem Zuckergehalt.
  • Behandlung von Kakao
  • Neutralisationsmittel bei der Verwendung von Salzsäure (E 507) als 'Aromaverstärker'.
  • Schnelltrocknung von Rosinen: Durch Entfernen der natürlichen Wachsschicht der Trauben verdunstet die Feuchtigkeit leichter.
  • als Ausgangsprodukt für andere Kaliumverbindungen.
  • Zum Entfernen von Asche aus Töpfen (1 Essl. auf die Kruste im Topf geben, über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag mit einer Tasse Wasser aufkochen: die Rückstände lösen sich flockig vom Topfboden)
  • Trennmittel für Gipsabgüsse (Bildhauerei)
  • Elektrolytbestandteil in Schmelzcarbonatbrennstoffzellen
  • Zusatzstoff für die Einnahme von bestimmten Suchtmitteln

 

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