Heinrich Schrepfer - ein Heimatforscher mit Format ~ 1910-1981
"Schwürbitz, wie ist doch dein Bild und deines Namens Klang ganz von Musik erfüllt, gleicht einem lautem Gesang!
Manchmal wenn fern ich dir bin, trittst du mir mahnend nah, und es malt dich mein Sinn, schöner als ich dich sah.
Lieblich gebreitet am Main unter der Göritz Hang: Ist dein Anblick allein nicht wie ein trauter Gesang?" Heinrich Schrepfer
Der ehemalige Journalist und Drogerieinhaber verstarb am 4. Dezember 1981 beim Schneeschaufeln plötzlich und unerwartet im Alter von 71 Jahren. Heinrich Schrepfer wurde am 16. November 1910 in Schwürbitz geboren. Zusammen mit zwei weiteren Geschwistern (Bruder Georg und Schwester Marie) wuchs er im Elternhaus der Eheleute Georg und Margarete Schrepfer, geborene Zeuß, in der Brunnenstraße 7, auf. Der Heimatforscher hat sich um die Schwürbitzer Ortsgeschichte und auch die des Landkreises sehr verdient gemacht. Nach dem Abitur ergriff er den Beruf eines Journalisten – nachdem er zuvor Pfarrer werden wollte – und war u.a. in Thüringen bei einem Zeitungsverlag tätig. Als seine Eltern (Vater Georg verstarb 1937, Mutter Margarete 1942) verstarben – ein Bruder ist im Krieg gefallen – übernahm er zusammen mit seiner Schwester die väterliche Drogerie in Schwürbitz und führte diese bis zur Erreichung der Altersgrenze. Nebenbei war er für das Lichtenfelser Tagblatt als Berichterstatter von Schwürbitz tätig und lieferte darüber hinaus viele Beiträge. Er schrieb auch einige Theaterstücke, die in Schwürbitz aufgeführt wurden. Den älteren Bürgern dürfte noch das Theaterstück „Die Grünelesmacher“ bekannt sein. Zahlreiche Bildpostkarten aus Schwürbitz, für die er mit geschultem Blick für gute Motive die Fotos lieferte, waren ebenfalls sein Werk. In den Archiven von Bamberg und München erforschte er mit unendlicher Geduld, Akribie und großem Zeitaufwand die Schwürbitzer Ortsgeschichte, wovon die Allgemeinheit durch zahlreiche geschichtlich fundierte, spritzig geschriebene Artikel im „Tagblatt“ profitierte. Einige besonders gelungene Aufsätze sendete auch der Bayerische Rundfunk. Durch den Einsatz von Heinrich Schrepfer konnte Schwürbitz im Jahre 1980 seine 800-Jahrfeier würdig begehen. Ein Exemplar der von ihm zu diesem Anlass verfassten und gestalteten Festschrift stiftete er jedem Haushalt seiner geliebten Heimatgemeinde schwürbitz. Neben dem Büchlein „800 Jahre Schwürbitz am Main“ veröffentlichte er auch noch die hübsche Broschüre „Lebensfrohes Lichtenfels“. Heinrich Schrepfer hing sehr an seinem Heimatort Schwürbitz, dem sogar ein Gedicht gewidmet hat.

Um seine Person hatte der Schwürbitzer Heimatforscher kein großes Aufsehen gemacht; er lebte sehr zurückgezogen. Jahrelang pflegte er in wahrer christlicher Nächstenliebe mit großer Hingabe seine kranke Schwester und seine Cousine. Er ließ auch nicht viele Menschen an „sein privates Leben bzw. seine Heimatforschungen“ ran. Die letzten öffentlichen Bezugspersonen waren der damalige Erste Bürgermeister Karl Götz und dessen Verwaltungsangestellter Horst Habermann, zu denen Heinrich Schrepfer Vertrauen hatte, wenn es darum galt, dass sein Vermächtnis im Gemeindearchiv gut aufgehoben und behütet wird. Ebenso einige ihm vertraute Bürger und Nachbarn.
Schwürbitz und der Landkreis Lichtenfels hatten damals mit Heinrich Schrepfer einen wertvollen Menschen verloren. Anlässlich des Trauergottesdienstes in der Herz-Jesu Kirche erinnerte der unvergessene Geistliche Rat und Studiendirektor Erhard Zethner aus Mainleus, als ehemaliger Klassenkamerad von Heinrich Schrepfer, dass dieser still und bescheiden aus dieser Welt geschieden sei. Es erfüllte ihn damals mit Stolz, für den einstigen Klassenkameraden mit bewegtem Herzen den Trauergottesdienst zu halten. Heinrich Schrepfer war ein besonderer Mensch und lebte sehr zurückgezogen. Niemand hätte in dem bescheidenen, unauffälligen Mann den klugen, fähigen Journalisten und Heimatforscher vermutet. Seine schriftstellerische Begabung und seine große Liebe zur Heimat haben es vermocht, das geliebte Heimatdorf Schwürbitz durch Presse und Rundfunk bekannt zu machen. Die Schwürbitzer können sich glücklich schätzen, dass Heinrich Schrepfer mit großer Liebe und Geduld gewissenhaft die damals 800jährige Ortsgeschichte zusammengetragen hat und somit der Ortschaft ein großes und wertvolles Werk hinterließ. Nach dem Trauergottesdienst hielt Pfarrer Ansgar Drost auf dem Friedhof das kirchliche Begräbnis. Das Grab von Heinrich Schrepfer (Familiengrab) ist noch im Schwürbitzer Kath. Friedhof vorhanden. Durch eine tolle Spendenaktion der Theatergruppe Schwürbitz konnte das Grab im Jahr 2006 für weitere Jahre erhalten bleiben.
hh
