1666 - Am Obermain tobt der Bierkrieg

Im Jahr 1666 verbreitete sich die Nachricht in der Region, das Brauhaus des Lindenwirts von Schwürbitz sei modernisiert worden. Auch ein Michelauer Bierwirt hörte davon und ließ sich gleich „4 aymer“, dass waren damals 4 Faß zu je 100 Liter, gleich nach Michelau liefern. Soweit, sogut.

Schwürbitz und Michelau gehörten damals zum Amt Burgkunstadt. Hier hatte der Bischof verkündet, dass alle Bierbezüge von Ortschaften ohne eigenes Schankrecht, ausschließlich über die Amtsstadt , sprich in unserem Fall Burgkunstadt, zu erfolgen hat. Bei Zuwiderhandlung sei Strafe fälle und das Getränk „verloren“.

Kaum war die Botschaft über den Handel zwischen Michelau und Schwürbitz bis nach Burgkunstadt durchgedrungen, machten sich 40 Mann der Burgkunstadter Bürgerwehr, ausgerüstet mit Spießen und Musketen gen Michelau. Ihr Weg führte sie über Marktzeuln und als die Marktzeulner ihr Ansinnen hörten, schlossen sich gleich 30 Zeulner hoffnungsfroh an. Konfisziertes Bier durfte nämlich auf der Stelle „vernichtet“ werden…

Mit 70 bewaffneten Männer kamen die Garde in Michelau an. Die Michelauer erschraken zu Tode und riefen verängstigt: „Was wollet ihr von uns?“
Die Eindringlinge erwiderten :“ Bier raus! Bier raus!“ Da wussten die Michelauer Bescheid und es begann in ihnen zu kochen:
„Asu is des! Eue Miestbrüh soll me kaaf und sauf? Wisst ihr woss? Amooosch!“

Aber was vermochten sie gegen die große Übermacht auszurichten? Ohnmächtig vor Wut mussten sie mit ansehen, wie die Burkunstadter und Marktzeulner wie die Musketieren in ihre Keller einbrachen und an Ort und Stelle das Schwürbitzer Bier in ihre Kehlen laufen ließen. Die noch restlichen drei verbleibenden Hektoliter wurden mit Leiterwagen nach Burgkunstadt transportiert. mk


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