9. April 1945 - Die "Amis" marschieren ein - Mainbrücke gesprengt

 

Kurz vor Kriegsende marschierten die Amerikaner auch im Gemeindebereich Michelau  bzw. den Ortschaften Schwürbitz und Lettenreuth ein.
Am 9. April 1945 früh um 5.30 Uhr, wurde die Schwürbitzer Mainbrücke  laut Auftrag des Oberkommandos der Deutschen Wehrmacht infolge kriegerischer Handlungen gesprengt, obgleich dies nicht nötig gewesen wäre und sich nur um eine Flurbrücke, als um eine Verkehrsbrücke handelte. Zudem war der Krieg schon verloren und die Sprengung der Brücke ein großer Unsinn.

Dadurch entstand der Gemeinde Schwürbitz Schaden und hoher Geldverlust, so die Aufzeichnungen aus dem Gemeindearchiv. Die Brücke wurde dann durch die Firma Firma, Burgkunstadt, aufgebaut und am 28. Juli 1946, 12 Uhr,  feierlich übergeben. Sie kostete damals 50.633,54 Reichsmark.
Der noch heute lebende Zeitzeuge, Georg Krapp aus Schwürbitz (er befindet sich im Michelauer Altersheim) war damals bei der Maschinenfabrik Fischer, Burgkunstadt, der Bauleiter, er kann heute noch sämtliche Details erzählen.
Die Brücke wurde auf den Mainwiesen zusammengestellt/gefertigt, um dann mit Rollen auf die Brückenlager festgesetzt zu werden.
Nach Erzählungen von Zeitzeugen marschierten die Amerikaner zwischen dem 13. und 15. April 1945 in Schwürbitz ein, nachdem sich die Bevölkerung ergeben hatte. Viel Ältere können sich noch genau daran erinnern. Zum Beispiel Margareta Habermann, geborene Strenglein (sie ist 2003 verstorben). Wie überall in den Straßen und Häusern, suchten die Amis nach versteckten Soldaten oder Ähnlichem. Diese durchsuchten die Häuser und fragten nach.
Sie waren dann auch recht friedlich, doch die damals junge Schwürbitzerin hatte zunächst von den Negern Angst.
Ihre Mutter Barbara Strenglein bot den Amis Ziegenmilch an, nachdem sie ihre beiden Ziegen gemolken hatte.
Die Amis waren von Ziegenmilch „voreingenommen“ und wollten keine „Mac Mac“, sondern Kuhmilch.
Barbara Strenglein, die keine Kuh hatte, ging dennoch in den Stall und machte so, als ob sie Kuhmilch hole. Sie kam wiederum mit Ziegenmilch heraus und gab zu verstehen, dass es sich nicht mehr um „Mac-Mac-Milch“ handele, sondern um Kuhmilch. Daraufhin, im Glauben Kuhmilch zu trinken, tranken die Amis diese Milch und zeigten sich zufrieden.

 


Diese und weitere Geschichten sind vom Einmarsch der Amis bekannt. Die Amis verteilten Süßigkeiten an die Kinder und Zigaretten an die Erwachsenen. Die Michelauer Mainbrücke wurde am 10. April 1945 um 10 Uhr unnötigerweise gesprengt. Sie wurde bereits am 8. April 1945 von einer Pioniereinheit zur Sprengung vorbereitet. 
In der Nacht vom 11. auf den 12. April verschwanden die Sperren und am Morgen hingen weiße Bettlaken und Tücher aus den Fenstern in Michelau. Auch auf dem Kirchturm wehte eine weiße Fahne. Am 12. April um 15 Uhr rückte bei strahlendem Sonnenschein eine amerikanische Panzereinheit aus Richtung Stöcken in den Ort ein. Wenig später auch aus Richtung Bahnhof, dabei überquerten die Spähwagen und Panzer unterhalb der Brücke den niedrigen Wasserstand führenden Fluß. Dass Michelau nur seine Mainbrücke verlor, ansonsten aber verschont blieb, ist dem damaligen Bürgermeister Otto Fischer zu verdanken. Obwohl Michelau „bis zur letzten Patrone“ verteidigt werden sollte, erließ er am 11. April 1945 einen Aufruf, dass sich die Bevölkerung friedlich verhalten und sich in den Häusern aufhalten soll.
Die neue Michelauer Brücke wurde am 1. Mai 1946 bereits wieder eingeweiht. Sie kostete damals 183.316 Reichsmark.
Bis zum 29. November 1945 waren Schulhaus und Turnhalle mit 170 bzw. 200 US-Soldaten belegt und anschließend diente  die Sportstätte noch bis 20. Mai 1946 als Sporthalle für die Besatzer. Über den Einmarsch der Amerikaner in Lettenreuth am 12. April 1945 konnte sich Anna Mayer, geborene Bähr, daran erinnern, dass die Bürger in die Luftschutzkeller geflüchtet sind. Der damalige Ortspfarrer Lux ergab sich mit weißer Fahne. Ebenso einige Dorfbewohner. Amerikanische Soldaten, darunter auch Schwarze (viele Leute sahen erstmals Schwarze), verteilten Schokolade an die Kinder. Dann wurde ab 22 Uhr Ausgangssperre verhängt.Mit Gewehren machten die Amis Kontrollgänge. Vom Kapellenberg aus schossen die Amis nach Isling. Insoweit könnten noch viele Zeitzeugen ihre Eindrücke und Erlebnisse aus der damaligen Zeit erzählen.
hh

 

 


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