1975- Windhose zerstörte Häuserzeile
Es war am Abend des 15. April 1975 gegen 19.00 Uhr als Schwürbitz das wohl das schlimmste Gewitter aller Zeiten erlebte. Ein unheimliches Brodeln und Rauschen erfüllte urplötzlich die Luft. Dann wurden die Häuser in der Michelauer Straße wie von Riesenfäusten geschüttelt, das Licht erlosch, Dachstühle barsten, Balken segelten Hunderte von Metern weit durch die Luft, ganze Baumgruppen wurde wie Streichhölzer geknickt, eine massive Scheune stürzte in sich zusammen. Das Prasseln auf dem Pflaster zerschellter Ziegel mischte sich mit Angstschreie von Frauen und Kindern. Höchstens 30 Sekunden dauerte das Inferno - dann hatte sich die Windhose ausgetobt und man hörte nur noch das Rauschen des Regens und verebbenden Donner.
Als sich die ersten Menschen auf die nachtdunkle Straße wagten, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Die Fahrbahn war übersät mit Ziegelscherben, geborstetem Gebälk und abgerissenen Ästen. Mehrere Bäume waren über die Fahrbahn gestürzt und blockierten die Straße.
Einem Pkw-Fahrer der in Richtung Michelau unterwegs war, stürzte ein Baum über die Motorhaube. Ein großer Schuppen der Gärtnerei wurde durch die Gewalt der Windhose emporgehoben und auf seinem Fundament um die eigene Achse verschoben. Zwei Wellblechgaragen wurden wie Pappkartons zum Spielball der Sturmboe und landeten plattgewalzt in Nachbargrundstücken.
Insgesamt waren 20 Häuser und mehrere PKW schwer beschädigt.
Noch am gleichen Abend begannen die Aufräumungsarbeiten. Obwohl im ganzen Dorf bis 22 Uhr die Stromversorgung ausfiel, half die Schwürbitzer Feuerwehr den geschädigten Familien wo sie nur konnte. Unermüdlich waren die Mannen des THW Lichtenfels im Einsatz.


An das Frühlingsgewitter am Abend des 15. April 1975 werden die Schwürbitzer noch lange denken. Wer beim Knattern der Blitze und dem Grollen des Donners noch den Mut dazu hatte, sah im Zweiten Programm des Fernsehens gerade die Nachrichten über den Bildschirm flimmern, als es geschah: Ein „unheimliches Rauschen, ein Brodeln“ erfüllte plötzlich die Luft. Dann wurden die Häuser in der Michelauer Straße wie von Riesenfäusten geschüttelt, das Licht erlosch, Dachstühle barsten, Balken segelten Hunderte von Metern weit durch die Luft, ganze Baumgruppen wurden wie Streichhölzer geknickt, eine massive Scheune stürzte ein und in das Prasseln auf dem Pflaster zerschellender Ziegel mischten sich die Angstschreie von Frauen und Kindern. Höchstens 30 Sekunden dauerte das Inferno – dann hatte sich die Windhose austobt und man hörte nur noch das Rauschen des Regens.
Als sich die ersten Menschen auf die nachtdunkle Straße wagten bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung, wie man es nur aus dem Bombennächten des letzten Krieges kannte: die Fahrbahn war übersät mit Ziegelscherben, geborstenem Gebälk und abgerissenen Ästen. Unterhalb der Gärtnerei Rauch waren mehrere Bäume über die Fahrbahn gestürzt und blockierten die Straße. Einem Pkw-Fahrer, der in Richtung Michelau unterwegs war, stürzte ein Baumstamm quer über die Motorhaube, zerquetschte das Vorderteil des Wagens und klemmte ein Bein des Fahrers auf dem Gaspedal fest. Eine massive Scheune der Gärtnerei stürzte wie ein Kartenhaus in sich zusammen: die Trümmer der Umfassungswände begruben drei parkende Personenwagen der auf der anderen Straßenseite wohnenden Familie Zillig unter sich. Ein großer Schuppen der Gärtnerei wurde durch die Gewalt der Windhose emporgehoben und auf seinem Fundament um die eigene Achse verschoben. Hunderte von herabstürzenden Ziegeln parsselten wie Steinhagel in die Glasdächer der Treibhäuser. In einem anderen Wohnhaus waren wie von Geisterhand bewegt, ganze Zwischenwände eingestürzt. Zwei Wellblechgaragen wurden wie Pappkartons zum Spielball der Sturmböe und landeten – platt gewalzt – in Nachbargrundstücken. Das am höchsten aus der Häuserzeile ragende Bekleidungshaus Trinkwald hatte plötzlich nur noch ein halbes Dach: die andere Hälfte segelte in Fetzen gerissen – samt Balken und Sparren durch die Luft. Einzelne Trümmer des Daches wurden rund 400 Meter dorfeinwärts gefunden. Von abknickenden Fernsehantennen und Dachständern hingen Strom- und Telefonleitungen schlaff herab, hier und dort verwirrt in das Astwerk entwurzelter Bäume. In ihrer Angst waren einige Familien in die Keller geflüchtet. Es war wie ein Alptraum.



Noch am gleichen Abend begannen die Aufräumungsarbeiten. Obwohl im ganzen Dorf bis gegen 22 Uhr die Stormversorgung ausfiel und die Dunkelheit den Einsatz stark erschwerte bewies die Schwürbitzer Feuerwehr einmal mehr, dass sie „Mädchen für alles“ ist: sie half den
geschädigten Familien, wo sie konnte, während gleichzeitig ein starkes Aufgebot der Landespolizei für die Umleitung des Verkehrs sorgte und Sicherheitsmaßnahmen einleitete.
Hohes Lob zollte Erster Bürgermeister Götz dem Technischen Hilfswerk Lichtenfels unter Führung von Ingenieur Zimmermann. Unermüdlich, bis nachts gegen 1 Uhr waren die Mannen des THW im Einsatz. Mit Motorsägen beseitigten sie die umgestürzte Baumgruppe, die die
Michelauer Str. blockierte, halfen bei Aufräumungsarbeiten und beruhigten verstörte Menschen. Und, wie immer bei Katastrophenfällen so war es auch hier: zahllose Schaulustige – die Verwüstungen in Schwürbitz hatten sich mit Windeseile herumgesprochen – verstopften die
ohnehin enge Straße, blockierten mit ihren Kraftfahrzeugen die Zufahrten und behinderten den Einsatz der Helfer. Es wird eine Zeitlang dauern, bis in Schwürbitz die letzten Spuren dieser Sturmnacht beseitigt sind. Aus der Erinnerung der Bürger aber wird sicher wohl sie schnell
nicht wieder zu löschen sein.




