1877 - Bau der evangelischen Friedhofskapelle

Der erste Neubau der evangelischen Gemeinde in Schwürbitz war die Friedhofskapelle. Schon 1824 hatte das evangelische Pfarramt Michelau gefordert, dass auf dem anzulegenden Friedhof "eine schickliche Kapelle zur Unterstellung der Leichen errichtet werde". Der Friedhof wurde 1827 eingeweiht - ohne Kapelle. Erst ein halbes Jahrhundert später, 1876, legte der Lichtenfelser Distriktstechniker Gräbner einen Plan für eine neugotische Friedhofskapelle vor. Leonhard Fischer musste mit einem Darlehen aushelfen, damit diese Kapelle errichtet werden konnte. 1877 konnte man die Kapelle einweihen. In ihrer Nachbarschaft entstand 1883 der katholische Friedhof. Dass sich ausgerechnet am 3. April 1898 ein Kirchenbauverein bildete, war kein Zufall, stand doch um diese Zeit der Bau der katholische Filialkirche Herz Jesu hoch über dem Dorf unmittelbar bevor. Offenkundig wollten die Schwürbitzer Protestanten nicht nachstehen und begannen, Geld zu sammeln. Das Guthaben wuchs langsam, erst Dekan Martin Kreß, der 1904 an die Spitze des Vereins trat, trieb die Sache energisch voran. Der Erste Weltkrieg kam, der auch eine Besetzung der Hilfsgeistlichenstelle verhinderte, die Krisenzeit zwischen 1918 und 1923, die Inflation des
Jahres 1923 schließlich. Dass man sich in diesem Jahr auf einen bloßen Betsaal beschränken wollte, überrascht wenig, doch das Kultusministerium widersprach: "Der Baukunstausschuß hat das vorgelegte Projekt nicht gebilligt, da der geplante Bau jeden sakralen Charakters entbehrt. Dem Kirchenbauverein ist zu empfehlen, mit der Planbearbeitung einen tüchtigeren Architekten zu betrauen, der mit der Lösung derartiger Aufgaben vertraut ist." Die Pläne schuf der Nürnberger Architekt Johann Will, bekannt durch seine Erweiterung der Michelauer Kirche und noch bekannter als Vater des Fachschuldirektors Christoph Will. Am 19. Juli 1925 wurde der Grundstein gelegt, am 7. November 1925 feierte man das Richtfest des Langhauses, am 30. Juni 1926 das des Turms, am 30. März 1927 holte man die Glocken ein. Am 8. Mai 1927, am Sonntag Jubilate, wurde die Kirche, in der die Handwerker bis zur letzten Minute arbeiteten, eingeweiht.

Dieser Grabstein der Familie Eberth/Trukenbrod ist aus dem letzten Jahrhundert und die Säule soll, laut einer Erzählung im zweiten Weltkrieg zerstört worden sein.
