1800 - Gastwirtschaft "Zum Hirschen"
(Bei der Renovierung durch die Familie Rauch im Jahre 1985 entdeckte man daß die Jahreszahl "1800" auf dem Türsturz erst später eingefügt worden ist. Es ist deshalb möglich, daß dieses Gebäude wesentlich älter ist.)
Aus alten Erzählungen erfhärt man, daß Im Jahre 1800 baute ein geschäftstüchtiger Mann aus Hochstadt, namens Hofmann, nahe der alten Nepomuk-Statue ein stattliches zweigeschossiges Walmdachhaus errichtete darin eine Metzgerei und Gastwirtschaft "Zum Hirschen".
Er wußte, in Schwürbitz gab es tagaus tagein Hochbetrieb. Da rückte man spät abends in den Gaststuben der drei Wirtshäuser die Tische und Stühle beiseite, brachte langes Kornstroh herein und das Nachtlager für die Flößer war fertig.
Im Sockelgeschoß aus hellem Sandstein befindet sich auf der rechten Hälfte ein Türsturz mit den Buchstaben "B.HM", dem Metzgerzunftzeichen und die Jahreszahl 1800. Im Jahre 1814 erhält die ledige Margareta Wagnerin das Wirtshaus zu Schwürbitz mit Forstgerechtigkeit und anderen Liegenschaften zugesprochen. Ein Szenenwechsel verzog sich, als ein Enkel des Nicolaus Schwalb, der soeben das Metzgerhandwerks erlernt hatte, der 19-jährige Johann Baptist Schwalb, sich in das Haus einheiratete. Er versprach sich hier ein besseres Betätigungsfeld in den großen stuckverzierten Zimmern, als im stillen elterlichen Haus. Johann Bap. Schwalb verstarb im Jahre 1860 und gab den Besitz an seinen Sohn Georg weiter. Dessen Sohn Johann Schwalb heiratete sich in Lettenreuth ein und verkaufte das Anwesen 1903 an Heinrich Rauch, dem Sohn einer Fischerfamilie aus dem Weiler Gruben (bei Hochstadt). 1911 übernahm Paulus Rauch das Anwesen, zu dem neben Schlachthaus, Brauhaus und Malzdörre auch ein Sommerhaus gehörte. Sommerhaus und Brauhaus verschwanden, dafür aber entstand, als Heinrich Rauch, der Sohn Paulus, übernahm jener Saalbau, der dieser alten Gastwirtschaft ein neues Gepräge gab. Bis zum Jahre 1997 war die Gastwirtschaft "Zum Hirschen" im Besitz der Familie Rauch.
