1747 - Das Landrichterhaus
Familie Schwalb machte im Jahre 1747 von sich reden. Der freyherrlich künsbergische Lebensschultheiß Nicolaus Schwalb, Floßherr von Beruf und groß bei Kasse, ließ sich ein Haus erbauen, von dem man sich mehr als zwei Jahrhunderte erzählte. Es stehe auf einem Rost aus Eichen oder gar Eisen: nicht etwa ein Gasthaus, iwo: ein reines Privathaus mit großmächtigen Zimmern, deren hohe Decken er im Stil der Zeit micht lichtem Laubwerkstuck versah. Just in diese aber zog wenig später ein alter Herr ein, der hier seinen Lebensabend zu verbringen gedachte, der quieszierte köngliche Landrichter Michael von Gradl. Er vermählte sich mit Schwalbs Schwester Dorothea, der Witwe des königlichen Revierförsters Griebel, und wurde damit Herr des Hauses. Zufolge seiner langjährigen richterlichen Tätigkeit in Lichtenfels war Michael von Gradl ein weitbekannter Mann. In dem Ehevertrag, der zwischen ihm und Dorothea Griebel abgeschlossen wurde, ist von mehr als zehntausend Gulden die Rede, die der Landrichter sein eigen nannte, wobei an Hauseinrichtung, Gemälden und Equipage weitere eintausend Gulden hinzugezählt wurden. Kein Wunder, wenn von nun an das alte Schwalbhaus den Namen "Landrichterhaus" erhielt und bis zum heutigen Tage als diese bekannt ist. Heutzutage zeigt sich das Landrichterhaus leider in einem sehr schlechten Zustand.

