Wien, ein unvergessliches Erlebnis für die Cäcilianer

Was vor über einem Jahr mit einer fixen Idee des Chorleiters Heribert Ritzel begann, sollte auch Wirklichkeit werden. Die Teilnahme am Internationalen Adventssingen in Wien.
Nach monatelanger intensiver Vorbereitung, starteten die Sänger der „Cäcilia“ am 3. Dezember zu ihrer fünftägigen Fahrt in Richtung Wien. Am späten Abend erreichten man die weihnachtlich, geschmückte Weltstadt, wo man im Parkhotel Schönbrunn, welches 1907 als Gästehaus des Kaisers Franz-Josef 1. erbaut wurde und in unmittelbarer Nähe des Schlosses Schönbrunn liegt, die komfortablen Zimmer bezog. Nach dem gemeinsamen Abendessen besuchte man den nahe gelegenen großen Weihnachtmarkt auf dem Schlossplatz, wo man bei Glühwein die weihnachtliche Atmosphäre dieses stimmungsvoll geschmückten Weihnachtsmarktes genoss.


Am nächsten Tag  durfte man sich bei der dreistündigen Stadtbesichtigung vom Charme dieser Millionenmetropole überzeugen. Bei einem Busstopp am Touristenmagnet  „Hundertwasserhaus“ konnte man die Kreativität dieses Wiener Künstlers bewundern. der in seiner Philosophie eine Architektur in Harmonie mit der Natur durch Farben, Formen und Dachbewaldung  forderte und umsetzte. Bei der Besichtigung der Innenstadt zu Fuß, bestaunte man die prächtigen Bauten  der Habsburger Monarchie wie die Hofburg oder die Spanische Hofreitschule.
Im Ratskeller des Wiener Rathauses erfolgte nach dem Mittagessen die offizielle Begrüßung der anwesenden Chöre aus Zypern, Irland, Japan, USA und der „Cäcilia“ aus Schwürbitz durch den
Kulturbeauftragten der Stadt Wien, der extra erwähnte, dass ihm die schöne Heimat nicht unbekannt ist. Nach der Begrüßung durften sich die Chorleiter in  das Gästebuch, welches die Stadt Wien extra für ihr Stadtarchiv angelegt hat, und in dem alle teilnehmenden Chöre abgebildet sind unter dem Foto ihres Vereins eintragen.


Am Nachmittag  erfreute man dann die aufmerksamen Bewohner des Pensionistenwohnheimes Rossau mit einem Potpourri Weihnachtlicher Lieder. Die Leitung des Heimes bedankte sich bei den Sängern für die Musikalische Abwechslung  mit Kaffee und Kuchen.  Abends traf sich die  Sängerfamilie im Brandauer Hofbräu, wo dieser Tag einen zünftigen Ausklang fand.
Der Samstagvormittag stand jedem zur freien Verfügung. Viele nutzten die Zeit für einen Bummel durch die herrlich geschmückten Einkaufsstraßen Wiens, den Besuch des Tierparks  oder Schlossgartens Schönbrunn oder zu Besichtigung eines der vielen Sehenswürdigkeiten Wiens.
Nachdem die beiden  „Sangesbrüder“  Klaus und Bernhard Güthlein, die aus beruflichen Gründen nicht am Ausflug teilnehmen konnten und extra für das Adventskonzert die über 600 Kilometer aus Schwürbitz angereist sind, traf man sich dann um 14°° Uhr zur Abfahrt zum Adventssingen in das Wiener Rathaus. Nach der Ankunft begab man sich in den prächtigen  Rathaussaal, wo sich an diesem Nachmittag dann sieben Chöre eine halbe Stunde  lang musikalisch präsentieren durften. Angemeldet hatten sich zu diesem 27. Internationalen Adventssingen 92 Chöre aus 17 Nationen . Aus Deutschland hatten sich 9 Chöre gemeldet. Der einzige Chor aus Bayern war die „Cäcilia Schwürbitz“ .


Nach dem Einsingen in einem Nebenraum des Rathauses, wo die Sänger vom Dirigenten noch einen letzten Schliff erhielten, stellten sich die Sänger im Vorraum des Festsaales auf. Spürbar war die Aufregung und die Nervosität unter den Sängern, die als letzter Chor an diesem Konzertabend auftraten. Schließlich war man der einzige Laienchor in einem Reigen von Profichören wie der Cyfa EWA Chor aus Nicosia oder der St. Mark’s Festival Chor aus Aurora /USA die an Stimmgewalt, Klangreinheit und Klangvolumen unerreichbar waren und alle über langjährige internationale Bühnenerfahrung  verfügten. Oder die Jugendchören der Gesang und Musikschulen Salzburg und Wien, die mit weit über 100 Sängern auf der Bühne standen und Weltruf genießen.
Auch wenn die Messlatte in diesem Mekka des Adventssingen sehr hoch lag, marschierten die 21 Sänger der „Schwürbitzer Cäcilia“ selbstbewusst und durch ihren Dirigenten hochmotiviert vorbei an die 1500 fachkundigen internationalen Zuhörer auf die Bühne des  riesigen geschmückten  Festsaales. Die spürbare Sangesfreude der  Sänger, die gefällige und  schöne Auswahl volksnaher Weihnachtslieder ließen dann schnell den Funken auf das aufmerksame Publikum überspringen. Mit großer Präzision führte Dirigent Heribert Ritzel den disziplinierten Chor, der an diesem Abend hervorragende Qualitäten bewies, durch das Programm. Dirigent Ritzel gelang es durch Ansagen in den Liedpausen, wo er auf die großteils fränkischen Weihnachtslieder Bezug genommen hat, eine Brücke zu den Zuhörern herzustellen. Gerne folgten sie dann auch seiner Aufforderungen, die beiden letzten Liedvorträge, „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ und „O du fröhliche“, gemeinsam mit dem Chor zu singen. Mit viel Applaus wurden die „Cäcilianer“ nach einer halben Stunde von der Bühne verabschiedet.


Die Gruppenvorsitzende der Sängergruppe Maintal, Hildegard Weberpals die eigens mit anreiste, zollte dem Chor insbesondere seinem Chorleiter höchste Anerkennung.
Nach dem Konzert ging es dann nach Gumpoldskirchen in das Heurigenokal Bruckberger, wo man den großen Erfolg gebührlich feierte. Das Musik Länder und Menschen verbindet, zeigte sich auch an diesem Abend. Zusammen mit einem Chor aus Irland, die im gleichen Lokal eingekehrt sind, wechselten sich die beiden Chöre mit Liedeinlagen ab und sorgten damit für eine ausgelassene Stimmung an diesem Abend. Mit einem gemeinsam gesungenen Irischen Volkslied verabschiedeten sich am späten Abend die beiden Chöre voneinander.


Am Sonntagmorgen fand der dritte Auftritt der „Cäcilia“ statt. In der St. Leopoldskirche, im Wiener Stadtteil Donaufeld, gestalteten die Sänger mit Geistlichen Liedern musikalisch die Heilige Messe, die Dank  einer phantastischen Akustik  in diesem sehr großen Gotteshaus zu  einem wahren Hörgenuss für die Besucher wurde. Gerne nahmen die Cäcilianer im Anschluss die Einladung in das Pfarrzentrum zu Kaffee und Weihnachtsgebäck an. Nachdem sie sich bei den Gemeindemitgliedern von St. Leopold mit einem Ständchen verabschiedet hatten, führte die Weiterfahrt durch die Wachau, eine der schönsten Gegenden Österreichs, zum Stift Melk. Hier konnte man in der Klosterkirche das Weihnachtskonzert von Internationalen Chören besuchen.  Am Abend dieses Tages, hatte dann die Stadt Wien alle Chöre  die an diesem Wochenende an diesem Adventssingen teilgenommen hatten, zu einer Abschlussfeier und Sektempfang in den Festsaal des Rathauses eingeladen.

Jeder Chor wurde in seiner Landessprache aufgerufen, und die Chorleiter erhielten dann von der 2. Präsidentin des Wiener Landtages Marianne Klicka und dem Vertreter der Kulturabteilung der Stadt Wien Franz Schuller die Teilnahmeurkunde ausgehändigt. Zum Abschluß dieses eindrucksvollen Abends sang  dann dieser „Weltenchor“ gemeinsam Beethovens Europahymne „Ode an die Freude“.
Am Montag früh starteten die Sänger wieder zur Heimreise nach Schwürbitz. Die Einkehr in eine Stublanger Gastwirtschaft bildete den Abschluß  von fünf unvergesslichen Tagen, die zwar viel Arbeit und Vorbereitung für alle Verantwortlichen gebracht hat, aber durch das Ergebnis für alle sicherlich zu einem unvergesslichen Erlebnis wurden.


Text: R. Höppel, Fotos: W. Petterich


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