Leserbrief zum Thema "Nikolaus und Weihnachtsmann"
Zum Thema "Nikolaus und Weihnachtsmann " erreichte uns folgender Leserbrief von Manfred König, die Anschrift ist der Redaktion bekannt. Verantwortlich für den Inhalt des Leserbriefes ist der Verfasser selbst und spiegelt nicht zwingend unsere Meinung wieder.
Heiliger Nikolaus – bist du tot….?
Jetzt dröhnt es uns überall wieder an, das „Alle Jahre wieder…“ und Kitsch und Konsum in der Adventszeit als Vorbotin auf die Weihnachtszeit bin ich mittlerweile auch gewohnt. Von den zahlreichen Weihnachtsmärkten in der Region haben sich viele etabliert und sich durch Kommerz ausgezeichnet, oder – wie auch unser Markt in Schwürbitz – sich durch stimmungsvolles Ambiente und viel Idealismus der Ortsvereine und schönem Angebot der Fieranten vom allgemeinen Massengeschäft abgehoben. Nahezu tagtäglich kann man nachlesen, wo wieder eine vorweihnachtliche Veranstaltung stattfindet und schlägt man dann die Presse auf, grinst einem wieder ein Herr mit weißem Bart, Zipfelmütze und Filzmantel an. Er, so kann man dem Bericht entnehmen, wird als Nikolaus angepriesen, der die Kinder am Markt, oder der Weihnachtsfeier beschenkt hat, selbst christliche Kindergärten schrecken nicht davor zurück, auf diese Form des Nikolausdarstellung zurückzugreifen. Tatsächlich aber, ist es nur eine kommerzielle Kopie des Heiligen Mannes – es ist der Weihnachtsmann, der von der Getränkeindustrie in dieser Form forciert wurde, um den Umsatz in der Vorweihnachtszeit zu steigern. Es ärgert mich, wenn wir uns im Zuge der permanenten Amerikanisierung auch noch den Bischof Nikolaus nehmen lassen und den Kindern den „Coca-Cola-Weihnachtsmann“ als den guten, wahren Nikolaus näherbringen. Warum lässt sich unsere Nation so leicht alter und guter Traditionen berauben? Machen Sie doch einmal die Probe! Versuchen Sie in einem Geschäft zum Nikolausfest einen Heiligen Nikolaus in ursprünglicher Form zu erwerben, der in der Gestalt des Bischofs Nikolaus dargestellt wird. Da gibt es ihn als Weihnachtsmann mit Mütze in allen Formen und Größen, mit Minzgeschmack sogar in grün, als Osterhase mit Nikolausmütze, als Playboy mit nacktem Oberkörper, großer Rute und weiblicher Nikofrau. Die Anbieter für den Bischof Nikolaus in Schokolade sind äußerst dünn gesät. Im Rahmen der Traditionen und regionalen Eigenheiten, hat der Nikolaus zahlreiche Formen angenommen, die es durchaus wert sind, zu erhalten. Wenn aber vor jeder Drogerie, auf jedem Markt und in jedem Kaufhaus der Mann mit seinem Filzmantel, Zipfelmütze und Bart steht, so ist es nicht verwunderlich, dass Kinder bei Anblick des Bischofs Nikolaus mit Mitra und Stab nicht wissen, dass es eigentlich ER ist, dem man wundersame Hilfe und gute Taten nachsagt. Ich schätze und danke allen Nikoläusen – in welcher Form der Darstellung auch immer - die voller Idealismus den Kindern Freude bereiten. Allerdings bedauere ich auch, dass mancher mit horrender Gage und liebloser Darstellungen in der Vorweihnachtszeit seine Kasse kräftig aufbessern will und dann noch glaubt, dem Anspruch des Heiligen Nikolaus gerecht zu werden. Anerkennung zolle ich all jenen, welche die Tradition des Heiligen Bischofs Nikolaus seit vielen Jahren ehrenamtlich in die Familien und zu den Kindern tragen. Nein, die Zeit kann ich nicht ändern und es gibt sicher auch schwerwiegendere Probleme - aber vielleicht konnte ich etwas zum Nachdenken anregen und wenn ich demnächst die Zeitung aufschlage und mich häufiger wieder der Heilige Bischof Nikolaus anlacht, dann weiß ich, dass der Heilige Mann in unseren Herzen lebt und man ihn nicht ganz vergessen hat.